Reise nach Südpolen

2026-April27-Gruppenfoto (Foto: Bruno Gut-Fuchs)
Eine Reise durch Südpolen mit vielen Entdeckungen: eine Gruppe aus Pfarreimitgliedern gemeinsam unterwegs
Redaktion Pfarrei Stäfa,
Am Samstagmorgen, 25. 04. 2026 gings los. 19 Personen aus Stäfa/Ürikon und eine Person aus Rüti/Tann nahmen die über 2600 km unter die Räder, um nach Südpolen zu reisen.
Ganz unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten und Reise-Erwartungen kamen zusammen und gingen miteinander auf den Weg. Das erste Tagesziel hiess Maria-Taferl. Dieses kleine Dorf im Nibelungengau in Niederösterreich liegt auf einer Anhöhe über der Donau. Zentral ist die Pfarr- und Wallfahrtskirche, die der Jungfrau Maria gewidmet ist. In einem wunderschönen Hotel mit Blick auf die schöne blaue Donau genossen wir das Abendessen und den Zmorgè. Morgens um 07.00 Uhr feierten wir mit der Pfarreigemeinschaft eine Frühmesse in fröhlicher Gemeinschaft. Dann gings weiter in Richtung Polen.
Bei Brno und Ostrava querten wir Tschechien und erreichten Wadowice, in welchem Karol Józef Wojtyła, am 18. Mai 1920 als drittes Kind von Karol Wojtyła und Emilia Wojtyłowa zur Welt kam und später als Papst Johannes Paul II. (1978-2005) weltberühmt wurde. Dort durfte das Essen der Kremówka papieska, dieser legendären polnischen Cremeschnitte, nicht fehlen. Sie wurde durch den genannten Papst weitherum bekannt.
Gegen Abend erreichten wir nach insgesamt 1212 km Anreise Krakau (polnisch Kraków). Abends genossen einzelne Teilnehmende nach dem Znacht einen polnischen Wodka auf einem Spaziergang durch die Altstadt.

Am Montag gings los zum Salzbergwerk in Wieliczka (zu Deutsch: Gross Salze). Eine höchst beeindruckende Ansammlung von kilometerlangen Gängen und grossen Kapellen unter Tag wurden touristenfreundlich hergerichtet. Alle Teilnehmenden waren sehr beeindruckt vom Gesehenen. Nach der Führung durch dieses Labyrinth erreichten wir nach kurzer Fahrt die „Schwestern vom barmherzigen Jesus“, eine Ordensgemeinschaft, die auf das Wirken Sr. Maria Faustynas gegründet wurde. Dort feierten wir eine Eucharistie unter uns, in einer der zahlreichen modernen Kapellen dieses Pilgerortes. Die Geschichte von Schwester Faustyna ist sehr beeindruckend und ganz auf Jesus und seine Barmherzigkeit ausgerichtet.
Zurück im Hotel Wyspianski erwartete uns Monika, eine fröhliche, kompetente Stadtführerin zum Rundgang durch die Altstadt. Die Stadt Krakau blieb von Bombardements und größeren Zerstörungen weitgehend verschont. So sind viele Gebäude mit der Zeit, und als wieder Geld vorhanden war, renoviert worden. Monika brachte uns die Liebe der BewohnerInnen zu ihrer Stadt nahe. Uns allen ist sofort aufgefallen, wie sauber Krakow und die anderen besuchten polnischen Orte sind. Es liegt kein Abfall herum und auch fast keine Zigarettenstummel. Das habe mit der Liebe und Sorgfalt der Einheimischen zu ihrer Heimat zu tun, erklärte uns Monika.
Christoph Rahn brachte uns in den Carfahrten jeweils höchst spannende historische Zusammenhänge der besuchten Regionen näher, so auch die Stellung der katholischen Kirche in Polen in den letzten Jahrhunderten. Sie habe nie mit dem Staat/der Regierung paktiert und so sei die katholische Kirche über all die schwierigen Zeiten hindurch als eine beständige und starke Säule präsent gewesen.

Am Dienstag war die Stimmung in der Gruppe ziemlich aufgewühlt. Die Reisegruppe hatte sich entschieden nicht nach Zakopane in die Tatra-Berge zu reisen, sondern sich der schrecklichen Realität des Antisemitismus zu stellen. Doch die ganz kurzfristige Organisation von Eintritten für die Gedenkstätte fürs das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz wurde uns verwehrt. Die Zuschauerströme wurden seit einigen Wochen stark eingeschränkt und so hätte es erst Tickets für den Zutritt in einer Woche gegeben. Drusberg-Reisen und wir als Leitungsteam baten um Entschuldigung für dieses Unterlassen.
Roman Fuchs, unser Chauffeur, rettete aber den Tag insofern, dass er übers Internet ein typisch polnisches Restaurant für das Mittagessen aufgestöbert hatte. Eine wahre Trouvaille. Alle genossen diesen Mittagshalt sehr.

Am Mittwochmorgen fuhren wir gut 150km nach Częstochowa (deutsch Tschenstochau) zum Marien-Wallfahrtsort Jasna Gora. Wir durften auch hier, mitten unter unzähligen WallfahrerInnen, in einer separaten Kapelle in aller Ruhe unter uns eine weitere Euchariste feiern. Die vielen andächtigen BesucherInnen beeindruckten uns sehr.
Nach dem Mittagshalt in einem schönen Kellerrestaurant nahe des Wallfahrtsortes genossen wir wiederum feine Speisen.
Nach weiteren 250km erreichten wir Breslau (polnisch Wrocław) und kehrten im Hotel ein.

Am Donnerstag überraschte uns ein fantastisches und reichhaltiges Frühstücksbuffet. Bald darauf erwartete uns Weronika zur Stadtführung auf der Dom-Insel und beim Marktplatz. Ihre Kompetenz war erfrischend und wir hörten viele spannende Informationen.
Die ganze Woche erfreute uns trockenes, meist sonniges Wetter. So auch an diesem freien Donnerstagnachmittag. Nach dem Abendessen genossen wir noch ein wenig das „Nachtleben“ von Breslau und einige degustierten verschiedene einheimische Biersorten. Ein eindrückliches Erlebnis.

Am Freitag traten wir den ersten Teil der Heimfahrt an und fuhren unter kompetenter Leitung die fast 500km nach Bayreuth (Nordfranken-Land). Auch dort erwartete uns ein erfahrener Stadtführer zur Besichtigung der Altstadt. Im familiär geführten Restaurant genossen wir das Abendessen.

Am Samstag feierten wir in der katholischen Schlosskirche eine Dankes-Andacht und bald darauf nahmen wir die letzten 520km unter die Räder um 17.10 Uhr in Stäfa heil und gesegnet anzukommen.

Ich danke allen Teilnehmenden sehr herzlich für ihr Mitreisen und ihr Engagement auf verschiedene Weise. Besonderen Dank gilt Don Cesare für seine geistliche Begleitung und sein Da-Sein und sein Engagement in der Reiseleitung in der Gruppe. Ebenso danke ich Christoph Rahn Hofstetter herzlich für seine wertvollen Geschichts-Impulse und sein Engagement in der Reiseleitung. Roman Fuchs der für Drusberg-Reisen uns gefahren ist, danke ich sehr herzlich für seine ruhige Fahr-Weise und seinen Einsatz in den Planungsfragen und im täglichen Reinigen der mit Insekten übersäten Frontscheibe.
Gott sei Lob und DANK für die ganze Reise – auf ein nächstes Mal irgendwohin !
Herzlich
Bruno Gut-Fuchs