Achtung, es schwappt über!

Bierbraukurs (Foto: Anika Trütsch)
Einst stiess man mit schweren Bierkrügen aus Ton kräftig an, um sicherzustellen, dass der gereichte Inhalt geniessbar war.
Anika Trütsch,
Das Überschwappen des Bieres garantierte, dass niemand heimlich Gift in den Becher gemischt hatte. Ob diese Geschichte historisch tatsächlich stimmt, sei dahingestellt. Sicher ist jedoch: Bier war schon immer mehr als nur ein Getränk. Es brachte Menschen zusammen, schuf Gemeinschaft und gab Anlass zum Austausch.

Genau darum geht es auch beim Kurs «Bierbrauen leicht gemacht», der am 21. Oktober unter der Leitung von Viktor Diethelm und Anika Trütsch gestartet ist. «Bierbrauen ist ein Prozess des Innehaltens, Eintauchens und Krafttankens und hat viel mit einer geistlichen Übung gemeinsam», erklären die Kursleitenden den zwölf jungen Frauen und Männern, die sich auf dieses Abenteuer eingelassen haben.

Schon bald wird deutlich, dass dabei nicht allein das fertige Bier im Mittelpunkt steht. Wie beim Brauprozess, bei dem verschiedene Zutaten zusammenkommen und etwas Neues entstehen lassen, lebt auch dieser Kurs vom Beitrag aller Beteiligten. Die sechs Treffen sind deshalb kein vorgefertigtes Programm, sondern werden von den Teilnehmenden aktiv mitgestaltet.
Bereits beim Vortreffen zeigte sich, welch vielfältige Erfahrungen und Talente in der Gruppe vorhanden sind: ein Biersommelier, ein Käser, ein Bäcker, ein Grafiker, zwei Musiker sowie zwei Personen, die sich mit der Kunst des Schnapsbrennens auskennen. Christlich gesprochen: Menschen mit Charismen. Diese sollen nicht nur vorhanden sein, sondern einfliessen, wirken und den gemeinsamen Weg prägen.

So entsteht von Anfang an mehr als ein Braukurs. Es entsteht ein Ort, an dem Wissen geteilt, Begabungen eingebracht und Beziehungen geknüpft werden. Oder um im Bild des Anfangs zu bleiben: ein Gefäss, das sich nach und nach füllt, bis die Freude an Gemeinschaft spürbar über den Rand schwappt.