«Fünflibergottesdienst» am Nationalfeiertag in Stäfa

Fünfliberempfang (Foto: Daniel Fasser)

Nicht wenig überrascht waren die 170 Besucher des ökumenischen Gottesdienstes zum Auftakt der Festlichkeiten am 1. August in der Reformierten Kirche Stäfa. Andächtig wie eine Hostie bei der Eucharistie überreichten die beiden Pfarrer Marijan Benkovic (katholisch) und Michael Stollwerk (reformiert) jedem Gottesdienstbesucher während der Liturgie eine Fünffranken Münze.
Michael Stollwerk
Doch wer glaubte, die beiden Geistlichen hätten sich damit einen Scherz erlaubt, wurde durch die Predigt eines Besseren belehrt. «Dominus providebit! - Der Herr wird vorsorgen!» Dieser Satz, so Stollwerk, findet sich als Randprägung seit 100 Jahren auf jedem Fünfliber. Es sei ein bemerkenswertes Bekenntnis. Denn damit weise das beliebte Zahlungsmittel ausdrücklich von sich selbst als Quelle der Sicherheit weg.

Stattdessen werbe der Fünfliber dafür, gerade in unsicheren Zeiten Zuflucht zu Gott zu nehmen, der über allen Wechselfällen der Geschichte stehe. In diesem Zusammenhang kritisierte Stollwerk scharf, dass ein falsch verstandenes Verständnis des Prinzips der Trennung von Kirche und Staat zunehmend zu einer Ausgrenzung des Religiösen aus dem öffentlichen Leben führe.

Pfr. Benkovic fasste nach der ungewöhnlichen Predigtaktion die gegenwärtige Weltsituation in ein eindrückliches Fürbittgebet, bevor die versammelte Gemeinde die dritte und vierte Strophe des bereits eingangs erklungenen Schweizerpsalms anstimmte. Begleitet wurde sie dabei von Blechbläserquartett «Fanfare terrible».
(red.)
Bereitgestellt: 05.08.2022     Besuche: 40 Monat 
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