Daniel Fasser

Vision Kirche - Vision Pfarrei

In der Corona-Pandemie haben wir als Christen und Mitglieder der katholischen Kirche feststellen müssen, dass die religiösen Gemeinschaften in der aktuellen Politik kaum eine Rolle spielen, wenn es darum geht, die Gotteshäuser wieder zu öffnen
Robert Klimek,
Erst durch eine Intervention seitens religiöser Vertreter scheinen die Verantwortlichen im Bundesrat zu reagieren. Festzuhalten ist, dass wir als Kirche offenbar nur noch eine marginale Rolle in der Gesellschaft einnehmen. Nun sind die Gründe für die mangelnder Verankerung in der Gesellschaft sicherlich bekannt und müssen hier nicht noch einmal aufgezählt werden. Doch müssen wir uns die Frage stellen, wie sich unsere katholische Kirche im Allgemeinen und eine Pfarrei im Besonderen positionieren sollte, um im Leben der Menschen wieder eine stützende Rolle zu spielen und in gesellschaftlichen Prozessen ein glaubwürdiger Partner zu sein. Hier muss zunächst Vertrauen in die Arbeit vieler Christen zurückgewonnen werden und es müssen die herausragenden Merkmale einer Pfarrei herausgestellt werden.

Daher muss sich die Kirche und natürlich eine Pfarrei auf ihre Grundvollzüge oder, wie es heute heisst, Kernkompetenzen zurückbesinnen. Diese Grundvollzüge Diakonie (Nächstenliebe), Matyria (Bildung oder das Evangelium verkünden) und Liturgie (Gottesdienst) sollten besonders in einer Pfarrei gleichwertig behandelt werden. Nur so lässt sich die Botschaft Jesu verstehen und leben. Zunächst sollte das Glaubenswissen gestärkt werden, denn ohne die Kenntnis der Glaubensaussagen wird es schwierig die Liturgie zu verstehen und zu feiern. Andererseits wäre aber nur Wissen allein auch nicht tragend für das Leben eines Christen, wenn es nicht in der Gemeinschaft mit anderen Mitchristen im Gottesdienst gefeiert wird. Für Menschen, die der Kirche fernstehen, ist zunächst die Diakonie eine Art Einstieg oder Wiedereinstig in die Gemeinschaft einer Pfarrei, denn hier werden praktische Handlungen wie Feste, Zusammenkünfte und Mitmenschlichkeit gelebt. Nur durch eine gemeinsame lebendige Gestaltung dieser Grundvollzüge kann Gegenwart und Zukunft einer Pfarrei proaktiv gestaltet werden.

Diakon Robert Klimek


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Bereitgestellt: 11.05.2020     Besuche: 55 Monat 
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