Daniel Fasser

Vertraue ...

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«Vertraue die Vergangenheit Gottes Gnade an,
die Gegenwart seiner Liebe und
die Zukunft seiner Fürsorge!».
Liebe Pfarreiangehörige, liebe Besucher unserer Pfarreiseite,

ich weiss nicht, wie viele von Ihnen unsere Webseite besuchen und ob die Beiträge wirklich das bewirken, was wir mit diesen bezwecken wollen, aber da ich gebeten wurde, einen Beitrag über meine eigenen Erfahrungen während dieser Corona-Krise zu schreiben, melde ich mich hier gerne mit ein paar persönlichen Worten:

Zu Beginn der Fastenzeit ist mir diese Aussage vom heiligen Augustinus begegnet: «Vertraue die Vergangenheit Gottes Gnade an, die Gegenwart seiner Liebe und die Zukunft seiner Fürsorge!». Eigentlich wollte ich in den paar freien Tagen, die ich damals Ende Februar zur Verfügung gehabt hätte, in die Exerzitien fahren, also ein paar Besinnungstage irgendwo an einem anderen Ort verbringen, um mich dann auf die Fastenzeit, die ich in der Seelsorgearbeit mit meinen Pfarreiangehörigen begehen würde, innerlich zuerst selbst vorzubereiten. Diese Besinnungstage hätten in Italien stattgefunden und obwohl Reisen damals noch möglich gewesen wären, dachte ich mir, es sei vielleicht doch klug, darauf zu verzichten. Im Nachhinein zeigte sich, dass dies in der Tat die richtige Entscheidung war. Ich verbrachte diese Tage also zu Hause und merkte bald, wie viele Sachen ich doch noch zu erledigen hatte. Ich bewirtschafte einen Ein-Mann-Haushalt und etwas mehr Ordnung in meiner Wohnung zu schaffen, wäre schon längst nötig gewesen: z.B. warteten da seit meinem Umzug nach Stäfa im Oktober die Bücherkisten im Keller darauf, endlich ausgepackt zu werden. Es kam dann noch einiges mehr hinzu und ich merkte, dass es gar nicht so schlecht ist, die Exerzitien einmal zu Hause zu verbringen. Ja, und dann kamen nach und nach mehr Nachrichten: die Pandemie hatte auch die Schweiz erreicht und fast alles, was das gesellschaftliche Leben so ausmacht, kann seither nicht mehr stattfinden.

Auch im kirchlichen Leben wurden alle Veranstaltungen, Anlässe sowie Gottesdienste abgesagt. Ich fand diese Entscheidung angesichts der Situation natürlich sinnvoll und mir machen diese Einschränkungen im persönlichen Leben normalerweise auch nicht viel aus, da ich es gewohnt bin, privat die Zeit allein mit mir selbst und im Glauben mit Gott zu verbringen. Ja, ich brauche diese Zeit sogar, aber die gesamte Arbeitszeit nur am Computer, am Telefon oder mit Videokonferenzen zu verbringen, macht mir doch zu schaffen. Auch ich brauche den direkten Kontakt mit den Menschen, weil die Pfarrei für mich als Priester meine «Familie» ist. Mir geht es trotzdem in dieser Situation soweit relativ gut, frage mich aber täglich, wenn ich die Nachrichten in den Medien höre oder sehe, wie es denn wohl den anderen Menschen geht, die von dieser Krise wirklich schwerst betroffen sind, weil sie um den Verlust ihrer Arbeitsplätze bangen und um ihre eigene Existenz und ihre Familien besorgt sind.

Ich führe es hier nicht weiter aus, aber ich frage mich doch, was das alles denn für uns als Kirche bedeutet und wie und auf was wir uns für die Zeit nach der Krise vorbereiten sollen. Momentan erlebe ich sehr viel «Liebe» im Sinne von Solidarität unter den Mitmenschen, die sich umeinander kümmern. Im Alltag erlebe ich viel weniger Egoismus als man in einer Krisenzeit erwartet hätte, wo man doch annehmen könnte, jeder sei nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Gerade das Gegenteil ist jedoch der Fall und das erfreut mich sehr. Für die Zukunft im Sinne der Worte des heiligen Augustinus hoffe ich, dass uns Gott diese Fürsorge zeigen und erleben lassen kann, die von ihm selbst, aber auch von uns Menschen kommt. Ich hoffe, dass wir uns dann auch weiterhin gegenseitig unterstützen und solidarisch handeln, einander beistehen und bereitwollig helfen. Nicht zuletzt wollen wir besonders an diejenigen denken, die - unabhängig von der jetzigen Krise – in unserer Nähe oder irgendwo auf dieser Welt um ihr Leben kämpfen und in ständiger Angst um ihre Existenz leben. Die Feiertage werden wir mit Ihnen, liebe Pfarreiangehörige, die Sie sonst auch dabei wären, leider nicht gemeinschaftlich verbringen können; in unserem Gebet sind Sie alle uns gegenwärtig!

Ein paar Vorschläge, wie man die Feiertage zu Hause im christlichen Glauben gestalten kann, finden Sie durch den Link auf unserer Webseite, die das Liturgische Institut extra vorbereitet hat.
Wir möchten aber doch mit Ihnen in Kontakt bleiben und daher hat unsere Organistin, Frau Romana Ciganovic, für jeden einzelnen der österlichen Tage ein Lied ausgewählt und bei sich aufgenommen. Zu diesem Lied wollen wir Ihnen ein paar Gedanken mit auf den Weg geben, als geistlichen Impuls für die Festtage, ob Sie diese nun allein oder aber im engsten Familienkreis verbringen werden.

Schauen Sie doch einmal auf der Internetseite vorbei.

In herzlicher Verbundenheit wünsche ich Ihnen allen schon jetzt ein gesegnetes Osterfest; der Friede, den der Auferstandene immer wieder – auch heute! - bringt, möge Sie innerlich berühren und begleiten.

Ihr Jaroslaw Jan Jakus

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Bereitgestellt: 08.04.2020     Besuche: 46 Monat 
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