Daniel Fasser

Ein Rückblick und Erinnerungen ...

IMG_0737<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>pfarreistaefa.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>172</div><div class='bid' style='display:none;'>2015</div><div class='usr' style='display:none;'>2</div>

Zur 80-Jahr-Jubiläums-Generalversammlung wurde ich gebeten aus meiner 9-jährigen Vorstandstätigkeit im kath. Frauen- und Mütterverein, wie er damals hiess, zu berichten ...
An der GV 1961 wurde ich als Aktuarin in den Vorstand gewählt und schrieb 7 Jahre lang die Protokolle für den Verein. Das war vor 50 Jahren! Zum Glück hatte ich Gelegenheit, in den alten Protokollbüchern zu schnuppern. Was während dieser Zeit alles geleistet und geboten wurde, erstaunt mich sehr.

Am Sonntag Nachmittag fanden die monatlichen kirchlichen Versammlungen statt. Der Präses hielt eine erbauliche Predigt oder zeigte Filme. Für junge Frauen und Mütter wurde nicht viel geboten, zudem wollten wir den Sonntag eher der Familie widmen.

Als jüngstes Vorstandsmitglied hatte ich im Gremium gegenüber älteren Frauen keinen leichten Stand. Ich hatte viele Ideen und Anregungen, doch die wurden meistens nicht angenommen, es hiess: «Ja das hatten wir auch nicht.»

Doch ich liess mich nicht entmutigen. Frl. Gmür die Sekretärin des kath. Frauenbundes forderte die Anwesenden in ihrem Vortrag auf mit der Zeit Schritt zu halten, sie stellte fest, dass in vielen Vereinen alte Bräuche die Entwicklung eines impulsiven Vereinslebens hemmten, dies war in Stäfa auch der Fall. Wir möchten doch die Benützung des Vortragsdienstes vom Frauenbund in Anspruch nehmen, wir sollten auch Elternschulungskurse, Bastelkurse etc. durchführen. Dies zu hören spornte mich erst recht an, im Vorstand über die Durchführung solcher Erziehungskurse zu reden. Nur durch ein wohlwollendes Wort seitens des Präses konnte ich bei den Mitgliedern für den Erziehungskurs werben – und siehe, es meldeten sich 41 Frauen, dies war die Bestätigung, dass das Bedürfnis vorhanden war.

Es folgten weitere Kurse über das Advents-Kranz binden und das Stecken von Weihnachts-
gestecken, gehalten von Gärtnermeister Billeter, im Sommer lehrte er uns Schnittblumen fachgerecht zu stecken. Für unsere Kinder bastelten wir Kasperlifiguren unter der Leitung der Kindergärtnerin Frau Schmid. Den Teilnehmerinnen machten diese Kurse sehr viel Freude.

Vorträge wurden gehalten, um nur einige davon zu nennen: Advents- und Weihnachtsvor-
bereitung in der Familie – Die Frau im Umbruch der Zeit – Sehr aktuell war das Thema - wir Frauen erhielten ja das Stimm- und Wahlrecht. – Frau Dr. Gysi sprach über Rechtsfragen im Alltag – Die ganze Gemeinde wurde zum Vortrag von Frau Dr. Müller, Assistentin bei der Kriminalpolizei Zürich eingeladen. Thema: Wie schütze ich mein Kind vor Sittlichkeitsver-
brechen. 120 Personen nahmen an diesem Abend daran teil.

Zur Geburt eines Kindes bekamen die Mütter CHF 10.--, später schenkten wir ein Jahresabonnement unserer Mütter Zeitschrift «Ehe und Familie», so wurde auch christliches Gedankengut in der Familie verbreitet. Frau Anna Reichlin nähte auf Anregung eines
Mitgliedes ein Taufkleidchen mit Taufkissen, welches für CHF 2.-- gemietet werden konnte.
Von den Kapuzinern kam die Bitte, für die Aussätzigen Decken zu stricken, alte Leintücher in Streifen zu schneiden, um so Verbandstoffe herzustellen.

Es wurde der Weltgebetstag der Frauen eingeführt und auch das Elisabethen Opfer wird seitdem jährlich aufgenommen. 1961 fand erstmals eine kirchliche Aufnahmefeier der Neumitglieder statt. Die Müttermesse wurde jeden Dienstag gefeiert und jeweils am Herz Jesu Freitag abends. Für die Kirchenreinigung wurden freiwillige Helferinnen gesucht, es musste ja überall gespart werden. Das Geld war zu jener Zeit noch nicht so locker in der Pfarreikasse vorhanden. Die Weihnachtsbescherung der Unterrichtskinder machte unseren älteren Vorstandsmitgliedern besonders Freude – 1966 wurde sie abgeschafft, der Grund dafür war die stete Teuerung und der laufende Anstieg der Unterrichtskinder.

Unser Verein war einer der letzten im Kanton der noch keine Statuten hatte.Ich machte den Vorschlag, solche im Vorstand auszuarbeiten und sie dem kantonalen Frauenbund zur Genehmigung vorzulegen, sie wurden genehmigt.

Auf der Einladung zur GV 1962 war zu lesen: Mitzubringen sind: Es «Hämpfeli Spass», einen guten Humor, nebst Bleistift, Löffel, Tasse oder Glas – Ja da staunt ihr – es gab zu der Zeit noch keine Küche im Saal und so auch kein Geschirr – nur unsere «fünfzinkige Gabel». Zur GV 1969 hatten wir keinen Teller und Löffel mehr mitzunehmen, der Saal bekam eine Küche und so war auch Geschirr vorhanden. Dies war ein Erfolgserlebnis.
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An dieser GV beanstandete eine Revisorin die Telefon- und Portospesen von CHF 30.--, welche für Unkosten an die Vorstandsmitglieder ausbezahlt wurden! Doch eine Stimme aus der Versammlung fand dies sei absolut in Ordnung, sei doch auch ein grosser Zeitaufwand dahinter.
Zu dieser GV wurden erstmals die Ehemänner nach dem geschäftlichen Teil eingeladen, es war erfreulich wie zahlreich sie erschienen. Bei Musik, Tanz und Unterhaltung mit dem
2 Mann Orchester OSHA (Söhne von Frau Morger und Frau Imper) verging die Zeit nur zu schnell. Es wurde Mitternacht, bis sich die Letzten auf den Heimweg machten.

An der GV 1970 gab ich den Rücktritt als Präsidentin und Vorstandsmitglied bekannt, als Nachfolgerin wurde Frau Frieda Girschweiler gewählt.

Klara Blöchlinger
Uerikon, 9. März 2019

Bereitgestellt: 20.03.2019     Besuche: 26 Monat 
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